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04. August 2026
Pakt für Demokratie
Ministerin Dr. Stenke stellt „Pakt für Demokratie“ vor 05.08.2026 KIEL. Demokratiebildung stärken, politische Teilhabe fördern und junge Menschen für die Herausforderungen einer zunehmend komplexen Informationsgesellschaft fit mache
Ministerin Dr. Stenke stellt „Pakt für Demokratie“ vor
Kiel 05.08.2026
Demokratiebildung stärken, politische Teilhabe fördern und junge Menschen für die Herausforderungen einer zunehmend komplexen Informationsgesellschaft fit machen: Mit diesem Ziel hat Bildungsministerin Dr. Dorit Stenke heute (5. August) gemeinsam mit dem Landesbeauftragten für politische Bildung, Dr. Christian Meyer-Heidemann, den Pakt für Demokratie vorgestellt. Gemeinsam mit zahlreichen Partnerinnen und Partnern aus Bildung, Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaft bündelt der Pakt bestehende Maßnahmen, entwickelt sie weiter und setzt neue Impulse für Demokratiebildung und Demokratieförderung in Schleswig-Holstein.
„Demokratie fällt nicht vom Himmel. Sie wird gelernt, erlebt und immer wieder eingeübt. Deshalb stärken wir Demokratiebildung dort, wo junge Menschen ihren Alltag verbringen – in Schulen, an Hochschulen, in Gedenkstätten und gemeinsam mit vielen engagierten Partnerinnen und Partnern im ganzen Land“, sagte Bildungsministerin Dr. Stenke. „Der Pakt für Demokratie ist kein kurzfristiges Projekt. Er ist ein gemeinsamer Arbeitsrahmen und Ausdruck unseres Anspruchs, Demokratiebildung dauerhaft zu stärken.“
Grundlage des Pakts ist ein Auftrag des Schleswig-Holsteinischen Landtags. Seit Herbst 2025 arbeiten im Bildungsministerium eine Steuerungsgruppe, vier Facharbeitsgruppen sowie ein breit besetztes Beratungsforum an der Entwicklung konkreter Maßnahmen. Die ersten gehen jetzt in die Umsetzung. Im Schuljahr 2026/27 erhalten Gymnasien und Gemeinschaftsschulen in der Sekundarstufe I eine zusätzliche Stunde für Demokratiebildung. Die Schulen können diese Stunde flexibel und entsprechend ihrer pädagogischen Schwerpunkte ausgestalten. Ab dem Schuljahr 2027/28 wird das Fach Wirtschaft und Politik in der Sekundarstufe I dauerhaft gestärkt. Dafür stellt das Land insgesamt 80 zusätzliche Stellen bereit. „Politische Bildung darf nicht nur dann stattfinden, wenn gerade eine Wahl bevorsteht oder gesellschaftliche Konflikte besonders sichtbar werden. Sie braucht Verlässlichkeit, fachliche Qualität und einen festen Platz im Schulalltag. Unser Ziel ist es, junge Menschen zu befähigen, Demokratie selbstbewusst mitzugestalten“, so Dr. Stenke.
Der Landesbeauftragte für politische Bildung, Dr. Christian Meyer-Heidemann, betonte, dass Demokratie von Freiheit und dem Schutz der Menschenwürde lebe: „Diese Werte müssen möglichst früh verinnerlicht werden. Kinder und Jugendliche sollen deshalb lernen, wie sie demokratische Prozesse mitgestalten, beurteilen und ihre Interessen einbringen können. Unsere neuen Angebote fördern gezielt die Medienkompetenz, die politische Urteilsfähigkeit sowie die Erinnerungskultur und unterstützen zugleich die Lehrkräfte an Schulen. Der Pakt für Demokratie ist eine gute Investition in die demokratische Zukunft.“
Die Maßnahmen im Überblick:
- Demokratiebildung an Schulen:
Gymnasien und Gemeinschaftsschulen erhalten im Schuljahr 2026/27 für die Sekundarstufe I eine „Demokratiestunde“. Die Stunde gilt einmalig im Schuljahr 2026/27.
Ab dem Schuljahr 2027/28 werden zwei zusätzliche Stunden Wirtschaft/Politik verbindlich in die Kontingentstundentafel der Sekundarstufe I aufgenommen. Damit stehen künftig insgesamt sechs Jahreswochenstunden für WiPo in der Sekundarstufe I zur Verfügung. Das ist mit 80 zusätzlichen Stellen hinterlegt: 40 im Haushalt 2026, 40 im Haushalt 2027. Neue Fachanforderungen Wi/Po wird es zum Schuljahr 2027/28 geben. - Medienbildung und Demokratiekompetenz:
Der Landesbeauftragte für politische Bildung weitet seine Projekte „Journalismus macht Schule“ und die Juniorwahl zur Landtagswahl aus. „Journalismus macht Schule“ wird fortan ganzjährig angeboten. Zur Landtagswahl 2027 soll die Teilnahme an der Juniorwahl für alle weiterführenden Schulen kostenfrei möglich sein. Die Juniorwahl kann ab Jahrgangsstufe 7 in der Sekundarstufe I und in der Sekundarstufe II durchgeführt werden. Einbezogen werden auch berufsbildende Schulen. Das Bildungsministerium bietet die Juniorwahl KIDS für Grundschulen an. Außerdem veröffentlicht der Landesbeauftragte neue Unterrichtsmaterialien zur schleswig-holsteinischen Geschichte und demokratischen Errungenschaften. - Förderprogramm „100xDemokratie.SH“:
Demokratieprojekte – das können beispielsweise Demokratietage mit Partnern sein – sollen vor Ort unterstützt werden. Dafür stellt das Land 100.000 Euro bereit. Anträge können ab Herbst gestellt werden. Der Start der Projekte ist 2027. - Erinnerungskultur weiter stärken:
Die Mittel für Gedenkstättenfahrten wurden auf 50.000 Euro erhöht. Gleichzeitig wird das Landesgedenkstättenkonzept weiterentwickelt und um zusätzliche Unterrichtsmaterialien ergänzt. - Antisemitismus-Prävention an Hochschulen:
Handreichung „Aufmerksam und aktiv gegen Antisemitismus“ als Informations- und Unterstützungsangebot. Ergänzend wird es einen Erlass zur politischen Bildung an Hochschulen geben, der zusätzliche Orientierung für die Organisation politischer Diskussionsveranstaltungen sowie für Besuche von Mandatsträgerinnen und Mandatsträgern bietet.
Der Pakt für Demokratie versteht Demokratiebildung als gemeinsame Aufgabe. Schulen, Hochschulen, Gedenkstätten, die politische Bildung, Kultur, Wissenschaft und Zivilgesellschaft bringen ihre Erfahrungen ein und entwickeln den Pakt kontinuierlich weiter. Die bestehenden Arbeitsgruppen und das Beratungsforum werden die Umsetzung begleiten und weitere Impulse aufnehmen.
Verantwortlich für diesen Pressetext: Beate Hinse | Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur | Brunswiker Straße 16-22, 24105 Kiel | Telefon 0431 988-2369 | E-Mail: pressestelle@bimi.landsh.de
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